Heute mal was richtig langweiliges.
Die Bremer haben gewählt.
Nein, Entschuldigung, falsche Schlagzeile.
Nicht “die Bremer” sondern 53,7 Prozent der Bremer Wahlberechtigten. Das alleine ist schon langweilig. Richtig öde wird aber erst das Politikergeschwätz danach. “Die Bremer haben uns den Auftrag erteilt…” “Die Bremer haben unsere Politik bestätigt…”
Die Bremer haben fast gar nicht gewählt. Eine hauchdünne Mehrheit hat gewählt und diese Gruppe wird vom Wähler zum Bremer. Dabei hat die Partei der Nichtwähler fast eine absolute Mehrheit in der Bürgerschaft. Aber keiner der Langweiler sabbelt was von “Der Nichtwähler hat….” oder im Umkehrschluß “Der Nicht-Bremer hat…”, neben dem üblichen Gelaber von “Bremen (!!) hat die rot-grüne Koalition gewählt”. Man konnte allerdings lange nach einer Möglichkeit für diese Koalition suchen.
Seit 1983 sinkt die Wahlbeteiligung übrigens kontinuierlich von 79,7 auf zuletzt 57,5 im Jahr 2007. Diesmal hat man knapp die (fiktive) demokratische Legitimierungsgrenze von 50% geschafft, beim nächsten Mal ist man dann darunter. Voraussichtlich werden beim nächsten Mal also weniger als die Hälfte der wahlberechtigten Bremer “die Bremer” sein, die irgendeinem beliebigen Politiker einen “Auftrag” erteilen. Dem Rest ist das ganze scheißegal. Zusammen mit den nicht Wahlberechtigten ist man sowieso schon lange unter einer repräsentiven Mehrheit, die den Begriff “Die Bremer” rechtfertigen könnte. Schon der Begriff “Bremer Bürgerschaft” ist allenfalls historisch zu begründen und weil er mit der “Bremer Wählerschaft” kollidieren würde. Im Grunde sind beide Begriffe aber deckungsgleich. Der “Bürger” verfault lieber vor dem Fernseher, als an Wahlen teilzunehmen.
Inzwischen rufen mehr Republikdödel für viel Geld bei DSDS und GNTM an, als bei Wahlen teilnehmen und die Einschaltquoten des ESC übertreffen die Wahlbeteiligung bei weitem.
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